Autonome Neuköllner Antifa [ANA] - Links
Nazi-Strukturen in Neukölln

Hier finden Sie einen Text, der die Situation mit Nazistrukturen in Neukölln grob skizziert. Falls Sie an detaillierteren und aktuellen Informationen interessiert sind, können sie sich einfach bei der Autonomen Neuköllner Antifa melden (siehe Kontakt).

Nazis in Neukölln und Rudow

Als Nazi-Hochburgen sind in Berlin vor allem Lichtenberg, Köpenick, Treptow, der nördliche Prenzlauer Berg und der nördliche Friedrichshain bekannt. Von Neukölln und Rudow ist immernoch viel zu selten die Rede. Kaum jemand erinnert sich heute, dass es im südlichen Neukölln bereits während der 1980er Jahre zu bewaffneten Naziüberfällen und zu "Sieg Heil!"-Rufen auf offener Straße kam. Von der Hetzjagd auf MigrantInnen am U-Bahnhof Rudow im April 2003 wollen heute viele nichts mehr wissen, so wie auch vergessen wird, dass die Demonstration Berliner Nazis für ein "nationales Jugendzentrum" im Dezember 2003 in Rudow startete.Rudower Nazis waren damals ähnlich wie z.B. in Lichtenberg in sogenannten Kameradschaften organisiert ("Kameradschaft Rudow" und "Deutsche Gemeinschaft Süd").

Die "Nationaldemokratische Partei Deutschlands" (NPD) hat in diesem Herbst zwei Kandidaten in die Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung (BVV) einbringen können. Nazis aus dem Sprektrum der sogenannten "freien Kameradschaften" und der "Autonomen Nationalisten" sind regelmäßig in der Nähe des S-Bahnhofs Berlin-Neukölln, auf der Karl-Marx-Straße und anderswo zu beobachten. Sie verkleben NPD-Propaganda, entfernen Antifa-Aufkleber und präsentieren sich offensiv auf linken Veranstaltungen. Schwerpunkt ihrer Aktivitäten bleibt jedoch Rudow, insbesondere der Bereich um die sogenannte "Rudower Spinne." Auf der Rudower Straße und am Zwickauer Damm werden Hakenkreuze und SS-Runen versprüht. Hauseingänge werden mit NPD-Propaganda beklebt. Nazis treten regelmäßig beim jährlichen "Spinnefest" auf, das von der SPD organisiert wird: Im letzten Jahr wurde die Veranstaltung durch etwa 50 Nazis aus dem Umkreis der verbotenen Nazigruppen "Kameradschaft Tor" (KS Tor) und "Berliner Alternative Südost" (BASO) gestört. Zu Angriffen auf MigrantInnen und Linke kommt es regelmäßig. Wahlkampfveranstaltungen bürgerlicher Parteien und Antifa-Infostände sind in Rudow auch in den letzten Wochen gestört bzw. angegriffen worden.
Nazikader aus dem Spektrum der "Freien Kräfte Berlin" sind bei Antifa-Demonstrationen auch einmal mit Eisenstangen unterwegs. Vor allem aber sind sie im Alltag deutlich erkennbar auf den Straßen präsent, so z.B. in der Nähe des "Ketchup-Imbisses" auf der Rudower Spinne, einem wichtigen Nazi-Treffpunkt. Die betreffenden Nazis sind in andere Berliner Nazistrukturen eingebunden: Nazis aus Rudow waren auch schon in Angriffe anderswo verwickelt (Rangsdorf, Schönefeld). Zur Zeit weiten Rudower Nazis ihre Strategie, öffentliche Räume zu besetzen, nach Nord-Neukölln aus. Es ist damit zu rechnen, dass sie dabei auch von den zusätzlichen finanziellen Mitteln, über die NPD nach ihren jüngsten Wahlerfolgen verfügt, profitieren werden. Das offensive Vorgehen der Nazis und ihr Aufgreifen der von dem immer unverhohlenerem Nationalismus und Rassismus der bürgerlichen Medien geschürten Ressentiments verlangen nach einem mindestens ebenso offensiven Widerstand, sowohl was die Aufklärungsarbeit angeht wie auch auf der Straße.

Einzug der NPD in die Neuköllner BVV

Bei der im September 2006 in Berlin abgehaltenen Bezirksverordnetenwahl ist die "Nationaldemokratische Partei Deutschlands" (NPD) in fünf Bezirken angetreten: Tempelhof Schöneberg, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg, Treptow-Köpenick und Neukölln. In jedem dieser Bezirke mit Ausnahme von Tempelhof-Schöneberg sind NPD-Kandidaten in die Bezirksverordneten-versammlung (BVV) gewählt worden. In Neukölln hat die NPD 3,9% der Stimmen erhalten mehr als halb so viele wie in den als NPD-Hochburgen bekannten Bezirken Marzahn-Hellersdorf (6,4%) und Lichtenberg (6,0%). Damit werden die zwei NPD-Kandidaten Jan Sturm und Thomas Vierk am 26. November 2006 offiziell ins Rathaus Neukölln einziehen. Der Wahlerfolg der NPD in Neukölln bestätigt die alltägliche Erfahrung, dass zahlreiche Einwohner dieses Kiezes einen ausgeprägten Rassismus und eine rechtsradikale Grundhaltung aufweisen. Die rassistischen Wahlkampfplakate der NPD und das aggressive Vorgehen dieser Partei während des Wahlkampfes (Angriffe auf Wahlstände anderer Parteien und auf Antifa-Infostände, Entfernung der Wahlkampfplakate anderer Parteien, Bestückung der eigenen Wahlkampfplakate mit Glasscherben) sind offenbar auf Zustimmung gestoßen. Die Realität rassistischer und faschistoider Tendenzen in Neukölln wird durch die von den bürgerlichen Medien reproduzierten Klischees vom "migrantischen Problemviertel" verdeckt, denn dort werden stets nur die MigrantInnen als "Problem" identifiziert. Bekämpft rassistisches und faschistisches Gedankengut, wo immer es euch begegnet im Alltag und durch die Mitorganisierung und Unterstützung antifaschistischer Kampagnen!


[Text im PDF Format]


Text auf Indy zu Krzyzanowski und Weiß (das Video dort zeigt NICHT Krzyzanowski)

Outing Flugblatt zu Neuköllner NPD Mitgliedern (u.a. Jan Sturm + Thomas Vierk)

Outing Flugblatt zu Thomas Vierk

Outing Flugblatt zu Florian Schumann

Last Minute Kroatien